Junge Union im Kreis Plön
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Samstag, 19.05.2012, 11:05 Uhr

08.06.2007

JU deckt auf: Gekauftes Softwaresystem liegt seit fünf Jahren in der Schublade

Herausgeber: Junge Union im Kreis Plön

Wie die JUNGE UNION im Kreis Plön erfuhr, verfügt die Kreisverwaltung Plön über eine Software, die für den Betrieb eines Rats- und Bürgerinformationssystems im Internet auf der Homepage des Kreises erforderlich ist. Das Unglaubliche dabei: die Software wurde bereits im August 2002, also vor fast fünf Jahren, angeschafft. Trotzdem ist bis zum heutigen Tag das für viel Geld eingekaufte System auf den Internetseiten des Kreises Plön nicht aufzufinden.

Die Junge Union hatte auf dem Kreisparteitag der Plöner CDU am 6. Juni einen Antrag gestellt, der auf eine Verbesserung des Internetauftritts des Kreises Plön abzielte. Zentrale Forderung der Jungen Union war dabei eine Erhöhung der Transparenz und Bürgernähe der Kreispolitik durch besseren Informationszugang im Internet. Dies sollte durch die Anschaffung eines Rats- und Bürgerinformationssystems geschehen, wie es in anderen Kreisen seit Jahren in Verwendung ist.
Anlass für den Antrag war ein Vergleichstest aller Internetseiten der schleswig-holsteinischen Kreise und kreisfreien Städte, den die Junge Union Schleswig-Holstein im vergangenen Jahr durchgeführt hat. Von allen Kreisen schnitt der Kreis Plön dabei am schlechtesten ab. Insbesondere im Bereich der Bürgernähe ließen sich große Defizite feststellen. Weder gab es Informationen über die Ergebnisse von Sitzungen des Kreistages, noch war die Seite behindertengerecht konzipiert. Auf eine Nachfrage der Jungen Union antwortete Landrat Dr. Volkram Gebel eher zurückhaltend. Um Kosten einzusparen, hätte man auf die Beauftragung von Profi-Agenturen, wie dies andere Kreise getan haben, verzichtet.

Im Vorfeld des Parteitages nahm die Junge Union daher zu den Internetbeauftragten der Nachbarkreise sowie zu verschiedenen Softwareanbietern von Bürgerinformationssystemen Kontakt auf, um sich direkt über die Erfahrungen und Kosten für die Anschaffung solcher Systeme zu informieren. Bei einem dieser Anbieter stieß die JU dann auf die unerwartete Auskunft: Man wundere sich über die Anfrage, denn der Kreis Plön habe das angefragte System doch schon vor fast 5 Jahren gekauft.

Jagusch: "Diese Software, die unter anderem auch von der Stadt Neumünster für ihr Rats- und Bürgerinformationssystem eingesetzt wird, hat in unserem Webtest wirklich gut abgeschnitten. Es wären also gar keine weiteren Ausgaben für solche Spezialsoftware mehr notwendig gewesen! Die Kreisverwaltung hätte die bereits gekaufte Software lediglich für ihren Internetauftritt einsetzen müssen!".
Viele Besucher reagierten auf dem Kreisparteitag auf diese Versäumnisse mit Kopfschütteln und Unverständnis. "Es ist für uns nicht nachvollziehbar, dass hier erst Geld für ein gutes Projekt investiert wird, dann aber über einen Zeitraum von fünf Jahren nichts passiert und die Öffentlichkeit nicht in den Nutzen eines Bürgerinformationssystems kommt", fasst André Jagusch (25), Kreisvorsitzender der Jungen Union, die Stimmung des Kreisparteitages zusammen.

Der Antrag auf dem Kreisparteitag wurde mit Unterstützung der Jungen Union an Kreisvorstand und Kreistagsfraktion der CDU verwiesen, die der Sache nun auf den Grund gehen will.
"Die Junge Union hofft, dass das Informationssystem zum Nutzen der Bürger nun schnellstmöglich in Betrieb genommen wird. Bei der Gelegenheit könnte der Kreis einmal seine internen Kommunikationsprozesse durchleuchten und verbessern", so Jagusch abschließend.