kreis-ploen.de landesweit Schlusslicht
Beim Vergleichstest der Internetseiten der schleswig-holsteinischen Kreisverwaltungen schneidet der Kreis Plön trotz einiger Glanzlichter am schlechtesten ab.
Was bieten Kreise heutzutage im Internet an, wie viel Bürgerservice wird geboten? Diese Fragestellung bewegte den Landesarbeitskreis Medien der Jungen Union (JU) Schleswig-Holstein. Die Internetauftritte der 15 Kreisverwaltungen wurden daraufhin in mehreren sehr umfangreichen Testsitzungen auf Herz und Nieren geprüft. Die Untersuchung umfasste ein ausgiebiges Prüfraster von über 70 Einzelpunkten in fünf Kategorien, um fein herausarbeiten zu können, wo die Stärken und Schwächen lagen.
Dabei ging es den Nachwuchspolitikern nicht um Miesmacherei, sondern darum, eine Grundlage für die Diskussion um eGovernment (elektronische Verwaltung) und Bürgernähe der Verwaltungen zu haben, um in einem weiteren Schritt zukünftig konstruktive Vorschläge zur Verbesserung des Dienstes am Bürger machen zu können.
Dabei wurden erhebliche Unterschiede in Umfang und Qualität der Websites festgestellt und auch noch eine ganze Reihe von Skurrilitäten zu Tage gefördert.
Ergebnisse
Auf den ersten beiden Plätzen konnten sich exakt gleichauf mit der Note 2,6 Ostholstein und Stormarn behaupten. Die Schlusslichter in Schleswig-Holstein bilden mit der Note 4,0 die Kreise Steinburg und Plön - Steinburg noch einen Hauch besser im Nachkommabereich als Plön.
„Besonders schlecht schneidet der Kreis Plön leider unter formalen und ergonomischen Gesichtspunkten ab. Es ist vergebene Mühe, umfangreiche Informationen im Internet zugänglich zu machen, wenn der Besucher sie nicht finden kann“, so der JU-Kreisvorsitzende André Jagusch, der als Leiter des Landesarbeitskreises Medien auch maßgeblich am Vergleichstest mitgearbeitet hat.
Ein großes Manko sind auch die fehlenden Informationen zur Kommunalpolitik: Weder findet sich ein guter Sitzungskalender, noch sind Tagesordnungen, Protokolle oder Hintergrundinformationen verfügbar. Der Kreis Plön landet in diesem Segment mit der Note „mangelhaft“ weit abgeschlagen landesweit auf dem letzten Platz – vorbildlich hingegen der Nachbar Ostholstein, der mit einem umfassenden Angebot glänzt.
Aber auch in der seit vielen Jahren thematisierten Barrierefreiheit, die Behinderten die Nutzung der Internetangebote ermöglichen soll, hat der Kreis Plön erschreckenden Nachholbedarf: Neben der Homepage des Kreises Steinburg ist die Plöner Kreis-Homepage als einzige für Behinderte vollständig unzugänglich. Dank unbeschrifteter (und in der Verwendung unnötiger) Grafiken in den Menüs kann der Inhalt der Seite nicht erschlossen werden.
Überflüssiger Gebrauch von Javascript und Frames tun ihr übriges. Die Frames sorgen zudem noch dafür, dass Suchmaschinen keine direkten Verweise auf Unterseiten ausgeben können, von denen sich noch navigieren lässt.
Das augenscheinlich größte Problem der Kreisseite ist die Einheitlichkeit und damit verbunden die Lesbarkeit der Seiten: Jeder Bereich scheint hier sein eigenes Süppchen zu kochen, es wird wild mit Farben experimentiert, die Strukturen sind uneinheitlich. Der Leidtragende ist der surfende Bürger, der Informationen nicht findet, obwohl sie eigentlich online verfügbar wären.
Lobende Erwähnung muss die elektronische Verwaltung, das „eGovernment“ finden. Hier bietet der Kreis Plön mit einem Wunschkennzeichen-Service der Zulassungsstelle und der „elektronischen Bauakte“ gute Funktionen, die den Bürgern so manchen Behördengang ersparen können.
Fazit
Der Vergleichstest hat gezeigt, dass der Kreis Plön dringend an seinem Internetauftritt arbeiten muss. Eine laut Startseite seit 5 Jahren vom Grundsystem unveränderte Homepage, kann bei der rasanten Entwicklung des Internets nicht mehr zeitgemäß sein.
„Hier ist der Kreis Plön gefordert einen richtigen Neuanfang mit einem neuen System zu machen, um so wieder den Anschluß zu gewinnen“, resümmiert JU-Kreisvorsitzender André Jagusch. „Der erkennbar gute Wille reicht leider alleine nicht aus.“
„Besonders traurig fanden wir, dass in den meisten Kreisverwaltungen viel zu wenig Augenmerk auf Barrierefreiheit gelegt wird, zumal dies heutzutage rechtlich gefordert ist.“, bemängelt der medienpolitische Sprecher der Jungen Union Schleswig-Holstein, Malte Steckmeister.